Striesenow

1890 - karte striesenow

Kartenansicht um 1890

STRIESENOW liegt nordöstlich von GÜSTROW zwischen LAAGE und TETEROW. Der Ort ist heute eine typische Gutssiedlung. Ursprünglich bestand das Dorf aus einzelnen Bauerstellen entlang des Weges nach WARNKENHAGEN und des Weges nach DIEKHOF. Erstmals erwähnt wird STRIESENOW 1285, als der Fürst Heinrich von Werle einen Teil von TETEROW sowie das Dorf STRIESENOW an das Heilig-Geist-Hospital in LÜBECK verkauft. Durch Rechtsstreitigkeiten mit LÜBECK wurden die Bauerstellen gepfändet und auch durch die Folgen des Dreissigjährigen Krieges lag das Dorf 1650 völlig wüst und die Flächen fielen grossteils an das Gut. 1674 gelangte das Gut im Zuge eines Tauschvertrages an die Grafen von Hahn. Zunächst gab es noch 7 Bauernstellen, die aber in den Folgejahren alle von Hahn belegt wurden. Die letzten beiden Bauern wurden nach LISSOW umgesetzt. Von 1780 bis 1837 war das Gut dann im Besitz der Grafen von Wallmoden-Gimborn, die auch etlichen andere Besitzungen (a.u. DIEKHOF) in der Umgegend erworben hatten. Seit 1820 hatte der Ort eine Schule, die bis etwa 1900 bestand; danach mussten die Schüler nach PÖLITZ. 1838 übernahm Ludwig Schroeder das Gut; seine Familie bewirtschaftete die Ländereien bis 1901. Das heutige Gutshaus entstand um 1900. 1894 lebten auf dem Allodialgut 111 Personen.1 1906 erwarb der Landwirt Klotz den Besitz, liess einige Modernisierungen durchführen und verkaufte das Anwesen 1912 an den Major Stefan von Lepel. 1920 lebten in STRIESENOW etwa 140 Personen verteilt auf 24 Familien. Major von Lepel starb 1925, der eingesetzte Verwalter wirtschaftete offenbar schlecht und das Gut ging 1931 in Konkurs. Die Mecklenburgische Genossenschaftsbank als Gläubiger verkaufte das Anwesen 1933 an den Rittmeister Eduard Roosen. 1945 wurde Roosen enteignet, 47 Neubauernstellen geschaffen und 2 Handwerker angesiedelt. Bis 1949 waren die ersten 5 Neubauernhäuser entstanden. 1953 bildeten 18 Bauern eine erste LPG und im Ort wurde eine Konsum-Verkaufsstelle eingerichtet. Bereits 1952 wurde die Gemeinde PÖLITZ aus den Orten PÖLITZ, LÜNINGSDORF und STRIESENOW gebildet, später schlossen sich auch die LPG der drei Ortsteile zusammen. Heute ist STRIESENOW Teil der Gemeinde DIEKHOF. Das Gutshaus ist seit 2002 wieder in privater Hand und wurde seit 2007 saniert.



Quellen:

  1. Mecklenburgische Vaterlandskunde, Wilhelm Raabe, Wismar 1894