Ernst-Barlach-Theater

Das Theatergebäude in Güstrow ist heute der Älteste erhalten gebliebene Bau dieser Art in Mecklenburg. Das klassizistische Theatergebäude wurde im 1828 nach Plänen des Schweriner Architekten Georg Adolf Demmler erbaut. Die Finanzierung erfolgte durch Spenden der Güstrower Bürger, vorangetrieben durch die Initiative des Hof- und Landgerichtsadvokaten Friedrich Piper und des Senators Carl Daniel Lönnies. Die Stadt Güstrow stellte kostenlos den Bauplatz und das Baumaterial zur Verfügung, dafür ging das Gebäude nach Fertigstellung in ihren Besitz über. Am 12. Oktober 1828 wurde das Theater mit einer ersten Vorstellung mit einem Gastspiel des "Grossherzoglichen Theaters" aus Schwerin eröffnet. In den folgenden Jahren gab es nur unregelmäßig Gastspiele verschiedener Theater, zeitweise wurden in den Sommermonaten im Zuschauerraum Gestelle zum Trocknen von Schafwolle aufgestellt. Erst ab 1839 erfolgte eine feste Einbindung in den Spielplan des Rostocker Theaters. Zwischen 1886 und 1888 wurde das Gebäude zur Kaserne, erst ab 1889 gab es wieder regelmässige Gastspiele. Die folgenden Stadttheaterdirektoren teilten ihre Tätigkeit häufig zwischen Wismar und Güstrow und Neustrelitz auf. Die kleinen  Ensembles mit jungen und oft wechselnden Schauspielern führten sowohl Klassiker als auch immer wieder Operetten mit großem Erfolg auf. 1921 wurde die niederdeutsche Laienbühne „Güstrower Volks- und Heimatspiele“ gegründet. In den Jahren 1923/24 wurde das Theater als Kino genutzt, erst ab 1925 es wieder vom Rostocker Stadttheater bespielt. Ab 1931 konnte die Stadt diesen Vertrag jedoch aus finanziellen Gründen nicht mehr verlängern, die Weltwirtschaftskrise verdrängte die Theatermacher ins "Hotel Erbgroßherzog". Eine Aufschwung nahm das Theater ab 1938 mit der Gründung einer „Mecklenburgischen Landesbühne (Gauwanderbühne)“ mit Sitz in Güstrow. Damit fanden pro Monat vier bis fünf Vorstellungen statt. Im September 1944 wurden alle Konzert- und Theatersäle geschlossen. Mit Kriegsende wurden zunächst Umsiedler in dem Gebäude untergebracht, doch schon am 20. Mai 1945 wurde das Theater wieder für ein Konzert genutzt. In den folgenden Jahren entwickelte sich unter Leitung wechselnder Intendanten ein kleines Drei-Sparten-Ensemble mit maximal 175 Migliedern. Vor allem Schauspiele, Operetten und später auch Opern, Ballett und Sinfoniekonzerte wurden aufgeführt. Von 1955 bis 1957 erfolgte ein grundlegender Umbau des Bühnenhauses und des Zuschauerraumes. Die Zentralgarderobe wurde unter den Zuschauerraum verlegt und damit verbunden ein Foyer und Treppenhaus angebaut. Die denkmalgeschützte klassizistische Fassade wurde rekonstruiert. Während dieser Zeit war der Saal des "Hotel Stadt Güstrow" Ausweichspielstätte. Am 1. September 1957 wurde das Theater wieder eröffnet und erhielt vom Rat der Stadt den Namen "Ernst-Barlach-Theater". 1963 wurde das eigene Ensemble aufgelöst und das Haus an das Volkstheater Rostock angeschlossen. Seit 1976 ist es als Gastspieltheater in Trägerschaft des Landkreises. Auch nach der Wende blieb das heute 365 Sitzplätze zählende Haus in Trägerschaft des Landkreises, begleitet von ständigen Querelen um Sparmaßnahmen und weiter führende Finanzierung. Trotzdem wurde weiter am und im Haus modernisiert und saniert, nicht zuletzt durch den Einsatz und die Hilfe des Vereins der Freunde und Förderer des Ernst-Barlach-Theaters e.V.

Ansichten:
1955
1967
1970

 

Die folgenden Innenaufnahmen erstellte mein Großvater Rudolf Pilz 1957 kurz vor Eröffnung des rekonstruierten Theaters, wohl auch um damit seine Arbeit als bauleitender Architekt zu dokumentieren.

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