Das bedeutendste und bekannteste Bauwerk der Stadt Güstrow dürfte wohl das im norddeutschen Raum einmalige Renaissance-Schloss sein. Als markantes Wahrzeichen und touristischer Anziehungspunkt findet es sich bis heute auf ungezählten Postkarten. Es hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Schon 1307 wird an dieser Stelle eine fürstliche Burg erwähnt. Nach einem Brand 1557 begann unter Herzog Ulrich III. ab 1558 ein großangelegter Neuaufbau. Damit beauftragt wurde der aus Norditalien stammende Baumeister Franz Parr, der bis 1566 den Süd- und Westflügel vollendete. Der Innenausbau erfolgte jedoch erst in den folgenden Jahren durch seinen Bruder Christoph Parr. 1586 kam es zu einem neuerlichen Brand in dessen Folge der Niederländer Philip Brandin mit dem Bau des Nordflügels begann, auch ein heute nicht mehr existierender Ostflügel entstand nach seinen Plänen. 1598 war der Großteil des Schlosses fertiggestellt. 1620 erfolgte unter den Nachfolgern Herzog Ulrich III. lediglich der Einbau der einzigartigen Stuckdecke im Festsaal. Als Albrecht von Wallenstein während des Dreißigjährigen Krieges Mecklenburg als Lehen zugesprochen bekam, wählte er das Schloss zu Güstrow als seinen Sitz. Unter ihm wurden umfangreiche Baumaßnahmen zwischen Süd- und Ostflügel geplant; jedoch waren am Ende von Wallensteins Herrschaft lediglich einige Fundamente entstanden. Neuer Herrscher Mecklenburgs wurde 1654 Herzog Gustav Adolph. Mit seinem französischen Architekten plante er großzügige Modernisierungen; jedoch war das Land nach dem Dreißigjährigen Krieg ausgeplündert und so entstand 1671 nur das Pfortenhaus und die Schloßbrücke wurde fertiggestellt. In den Jahren 1672-75 folgte die barocke Umgestaltung des Schloßgartens.

Grudriss

Grundriss

Von 1695-1719 diente das Schloss noch als Wohnsitz der kinderlosen Herzogin-Witwe. Im Laufe des 18.Jahrhunderts begann der langsame Verfall; vor allem die nach Norden gelegenen Bauteile waren betroffen. 1795-96 erfolgte gegen den Widerstand des Güstrower Bügerschaft der Abriß des gesamten Ostflügels und des halben Nordflügels. Die gewonnen Baumaterialien wurden bis 1798 verkauft. Der Verfall der übrigen Bauteile schritt jedoch fort. Erst 1811 erfolgte unter napoleonischem Einfluß eine notdürftige Instandsetzung der Gebäude um sie als Militärhospital für etwa 500 kranke, französische Soldaten nutzen zu können. Im Frühjahr 1813 sammelten sich dort dann jedoch die Freiwilligen aus Mecklenburg im Kampf gegen Napoleon und das Schloss diente als erste Kaserne. Zwischen Juni 1813 und April 1814 machte man es dann wieder zum Lazarett, diesmal jedoch für die Truppen der Verbündeten der Befreiungskriege.

In den Jahren 1815 bis 1817 kam es dann zu einem grundlegenden Umbau; zahlreiche Zwischenwände und Decken wurden eingezogen; Treppen und Durchgänge vermauert und Nischen, Säulen und Schmuckelemente entfernt. Ziel war die Errichtung gefängnisartiger Unterkünfte und Arbeiträume für eine Zwangsarbeitsanstalt. Dieses sogenannte Landarbeitshaus existierte bis 1945 und war zumeist mit etwa 300 bis 500 Insassen belegt, die man zu Zwangsarbeit wegen der unterschiedlichsten Vergehen verurteilt hatte. Instandhaltungen am Schloss erfolgten in jenen Jahren auschliesslich mit Blick auf den reibungslosen Gefängnisbetrieb, so dass in der Folge weitere Teile der historischen Bausubstanz verloren gingen. In der Zeit des Faschismus nutzte die GESTAPO einige Räume um Festgenommene in Schutzhaft zu nehmen; genauso verfuhr auch die russische Besatzungsmacht direkt nach Kriegsende. Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehrere hundert Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern in den Rüstungsbetrieben der Stadt Zwangsarbeit verrichten; auch sie waren unter anderem im Güstrower Schloss untergebracht.

Die DDR brachte dann ab 1953 ein sogenanntes Feierabendheim für Rentner dort unter. Planungen für eine umfangreiche Instandsetzung und Restaurierung begannen erst ab 1962 mit der Erstellung einer Nutzungskonzeption. Im Januar 1964 begann dann endlich die umfangreiche Rekonstruktion. Im Juni 1972 konnten dann die Räume im ersten und zweiten Obergeschoß wieder öffentlich zugänglich gemacht werden. Der Festsaal wurde fortan als Konzertsaal und für andere Veranstaltungen genutzt. In einem großen Teil der übrigen repräsentativen Räume richtete man ein historisches Museum mit Waffensammlung ein. Im Erdgeschoß war lange Zeit die Bibliothek der Stadt Güstrow zu Hause und im Keller fand sich die bei der Güstrower Bevölkerung sehr beliebte Schloß-Gaststätte. Letztere Einrichtungen mussten nach der Wende ausziehen und die Gaststätte schliessen. Nach der Sanierung der Parkanlage ab 2014 ist für die kommenden Jahre ab 2018 erneut eine umfangreiche Rekonstruktion der Gebäude geplant.

Infoseite des Staalichen Museums Schwerin zum Schloß Güstrow

Ansichten:

1870 - Schloss und Kriegerdenkmal

1893 - Schloss

1893 - Innerer Schlosshof

1898 - Schloss

1898 - Schloss

1898 - Schloss, Landgericht

1899 - Domkirche, Landgericht, Schloss

1899 - Schloss

 1899 - Landgericht und Schloss

 1899 - Schloss

1900 - Schloss

1900 - Schloss

1900 - Schloss

1900 - Güstrow von Südosten

1900 - Schlossansichten

1901 - Schloss

1901 - Blick von der Promenade

1901 - Güstrow von Südosten

1902 - Innerer Schlosshof mit den Galerien

1902 - Schloss

1902 - Schloss

1903 - Schloss

1903 - Schloss

 1904 - Gesamtansicht mit Schloss

1904 - Schloss

1904 - Schloss

1904 - Schloss von Westen

1904 - Schloss

 1904 - Gesamtansicht

1904 - Innerer Schlosshof

1904 - Schloss

1904 - Schloss

1904 - Landgericht und Schloss

1905 - Schloss

1905 - Schloss

1905 - Schlossplatz und Kriegerdenkmal

1905 - Schloss und Landgericht

1905 - Schloss von Süden

1906 - Schloss

1906 - Schloss

 

1906 - Landgericht und Schloss

1906 - Schloss

1906 - Schloss

 

1907 - Blick auf Schloss und Domkirche

1907 - Schloss mit Stadtgraben

1907 - Schloss - Gallerie im Innenhof

1907 - Schloss

1907 - Schloss

1907 - Innerer Schlosshof

1907 - Schlossflügel

1908 - Partie beim Schloss

1908 - Schloss und Landgericht

1908 - Schloss, Landgericht und Kriegerdenkmal

1908 - Schloss

1908 - Schloss

1909 - Schloss

1909 - Schlosshof

1909 - Schloss

 1910 - Schlosshof

1910 - Partie in der Ostpromenade

1910 - Gruss aus Güstrow - Schloss

1910 - Schloss

1910 - Schloss

1911 - Schloss

1911 - Schloss

1911 - Schloss und Domkirche

1911 - Schloss

1911 - Kriegerdenkmal 1813

1911 - Schlosshof

1911 - Schloss

1911 - Schloss

1912 - Schloss

1912 - Schloss

1912 - Schloss im Winter

1913 - Schloss, Hauptfront

1914 - Schloss

1914 - Schloss, Südseite

1914 - Schloss

1914 - Schlosshof

1914 - Schloss, Ostseite

1914 - Schloss

1915 - Schlossflügel

1916 - Schloss

1917 - Partie mit dem Schloss

1919 - Schloss

1919 - Schloss - Südostseite

1919 - Schloss

1919 - Schloss

1919 - Schloss - Torhaus

1920 - Schlosshof

1920 - Schloss

1920 - Güstrow - Schloss mit Pfaffenteich

1920 - Schloss mit Pfaffenteich

1920 - Partie am Schloss

1920 - Schloss

1920 - Schloss

   

1923 - Schloss

1924 - Grossherzogl. Schloss

   

1925 - Schloss und Landgericht

1925 - Schloss

1925 - Schloss und Amtsgericht

1925 - Schloss

1926 - Blick auf das Schloss

1926 - Schloss

1927 - Schloss

1927 - Blick auf das Schloss

1927 - Schloss mit Schlossbrücke

1928 - Schloss, Ostseite

1929 - Landgericht

1929 - Panorama mit Dom und Schloss

1929 - Schloss, Torhaus

1929 - Schloss

1930 - Schloss

1930 - Schloss

1930 - Promenade und Schloss

1930 - Postlinie Güstrow Goldberg / Schloss

1930 - Blick vom Dom

1930 - Schloss

1931 - Schloss

1933 - Schloss

1933 - Schloss

1933 - Schloss

 

1935 - Luftbild - Schloss, Dom und Landgericht

1935 - Schloss

1935 - Schlossplatz und Amtsgericht

 

1936 - Durchblick auf das Schloss

1936 - Schloss

1936 - Schloss mit Brücke

1936 - Schloss

1936 - Schloss

1937 - Schloss, Portal

1937 - Schloss

1938 - Schloss

1938 - Schloss

1938 - Schloss

1938 - Blick zum Schloss

1939 - Schloss

 

1939 - Blick vom Dom zum Schloss

1940 - Schloss

1940 - Schloss

 

1940 - Schloss

1940 - Schlossplatz

1940 - Schloss, Torhaus

1940 - Schloss - Plauer Strasse

1940 - Schlossbrücke

1940 - Portalhaus des Schlosses

1940 - Schloss - Ostseite

1941 - Schlossplatz - Luftbild

1941 - Schloss

1941 - Blick auf das Schloss

 1942 - Schloss

1942 - Schloss

1942 - Schlosspartie

1942 - Schloss

1942 - Schloss

1942 - Schloss - Luftbild

1943 - Schlossportal (Torhaus)

1943 - Partie am Schloss

1951 - Schloss - Innenhof

1951 - Schloss

1952 - Landesaltersheim

1952 - Schloss

1953 - Schloss - Torhaus

1954 - Schloss

1954 - Am Schloss

1954 - Schloss

1955 - Schlosseingang

1955 - Schloss - Feierabendheim

1955 - Schloss - Feierabendheim

1955 - Schloss - Kreisfeierabendheim

 1956 - Schloss, jetzt Kreisfeierabendheim

1957 - Schloss, jetzt Kreisfeierabendheim

1957 - Schloss

1958 - Güstrower-Schloss - Pforthaus

1958 - Güstrower-Schloss vom Franz-Parr-Platz

1958 - Güstrower-Schloss - Kulturraum des Feierabendheims

1958 - Güstrower-Schloss - Teilstück Stuckdecke

1958 - Güstrower-Schloss - Arkaden des Südflügels

1958 - Güstrower-Schloss von der Stalin-Strasse

1958 - Güstrower-Schloss, Mauerreste des Wallensteinflügels

1958 - Güstrower-Schloss - Erker am Nordturm

1958 - Güstrower-Schloss - Hauptfassade Westgiebel

1958 - Güstrower-Schloss - Blick durch das Pforthaus

1958 - Schloss und Kuhweide

1958 - Güstrower-Schloss, Südwestturm

1958 - Schloss (Altersheim)

1960 - Schloss im Winter

1961 - Schlossportal (Torhaus)

1963 - Schloss und Pfarrkirche

1964 - Gesamtansicht

1965 - Plauer Strasse

1965 - Schloss

1967 - Schloss

1967 - Schloss mit Baugerüst

1967 - Pfarrkirche und Schloss

1976 - Schloss - Parrsaal und Festsaal

1978 - Dom und Schloss

1978 - HO-Schlossgaststätte

1979 - Schloss - Bibliothek

1984 - Schloss

 

1984 - Schloss

 1985 - Schlossgaststätte

1986 - Schloss

 

 

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