"CAFÉ-HAGEMEISTER" / "CAFÉ-KÜPPER", Domstrasse 15

Die erste Konditorei in der Domstrasse 15 wurde 1852 vom Konditor Kowatsch eröffnet. Seit 1887 betrieb der aus Brandenburg stammende Konditor Ferdinand Hagemeister (1860-1936) dort seine Konditorei mit angeschlossenem Café. Das Konditor-Handwerk hatte er in Lübeck bei Niederegger erlernt. Ab 1927 übernahm der aus dem Rheinland stammende Konditormeister Emil Küpper das Geschäft. Er heiratete Ferdinand Hagemeisters Tochter Margarete. Nach dem Tod von Emil Küpper 1951 wurde das Geschäft zunächst von Margarete Küpper und ihrer Tochter Christa weitergeführt, die auch eine Konditorlehre machte und 1957 ihren Meisterbrief erhielt. Sie heiratete 1958 den Konditor Hans-Herbert Katelhön. Bis 1977 wurde Konditorei und Café als Familienbetrieb geführt, ab 1990 wurde es dann von der Konsum-Genossenschaft bewirtschaftet. In diesen Jahren der DDR erhielt das Café vom Volksmund den Spitznamen Scheidungscafé. Über lange Jahre befand sich das für Ehe-Scheidungen zuständige Kreisgericht in dem Gebäude auf der gegenüberliegenden Strassenseite und so sollen sich wohl zahlreiche frisch getrennte Paare dort auf einen letzten gemeinsamen Kaffee getroffen haben. Nach Wende gelangten Haus und Café wieder in Familienbesitz und wurden umfangreich saniert. Auch heute noch kann man hier im gemütlichen Gastraum oder im Sommer auf der idyllische Hofterrasse Kaffee, Torten und Kuchen geniessen.

Ansichten:
1901
1905

 

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