Ortslage um 1890 vor der Auffsiedlung

Das Gutsdorf RADEN zwischen LALENDORF und TETEROW hatte 1819 135 Einwohner. Gutsbesitzer war damals Johann Friedrich Cordua.1 1894 gab es im Dorf für dann etwa 100 Bewohner eine Schule, eine Schmiede mit Krug, eine Dampfmolkerei und eine Dampfmühle.2 Anfang der 1930er Jahre war das Gut im Besitz des Grafen von Schlieffen, der mit seinem Lehngut in Konkurs ging. Grosse Teile seines Besitzes wurden nun von der Mecklenburgischen Landgesellschaft erworben und in der Folge aufgesiedelt. Der überwiegende Teil der 46 Neusiedlerhöfe ging an Bauern aus dem Rheinland und Westfalen, nur etwa 10 an Landarbeiter und ehemalige Beschäftigte des Gutes. Mit der Aufsiedlung veränderte sich auch das Dorf. Das ehemalige Gutsdorf wurde nun zu einem langgstreckten Reihendorf entlang der Fernstrasse. Noch heute wird das Dorfbild auf einer Strecke von etwa 4 Kilometern von den für die Neusiedler erichteten Winkelhöfen geprägt. Die ab 1931 bezogenen Höfe lagen jeweils auf der eigenen Siedlerstelle von etwa 15 Hektar. Die zentralen Gebäude des Gutes im Kernort wurden auf zwei Grossbauernbetriebe von je 60 Hektar und einem von 38 Hektar aufgeteilt.3 Mit der Ansiedlung der Rheinländer entstand in RADEN eine katholische Gemeinde und eine Karnevalstradition, die bis heute Bestand hat. RADEN gehört mittlerweile zur Gemeinde LALENDORF.

Ansichten:
1908 - Gastwirtschaft und Herrenhaus
1925 - Gastwirtschaft

 

Quellen:

  1.  Mecklenburg Schwerin Volkszählung 1819
  2.  Wilhelm Raabe - Mecklenburgische Vaterlandskunde, 1894
  3. Christiane Schilf - Junge Familien aus dem Rheinland, Westfalen und Franken werden zu Mecklenburgern / Schriftenreihe der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, Polizei und Rechtspflege des Landes M-V, Band 6, 2019
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