Nach Kriegsende kehrten die Soldaten nach und nach in ihre Heimatländer zurück. Ende Dezember 1918 warteten unter anderem noch 1.700 Briten im Lager auf ihre Rückführung. Die russischen Gefangenen blieben am längsten im Lager. Das resultierte zum einen aus der schwierigen Rückführung der Menschen in das vom Bürgerkrieg zerrüttete Rußland und zum zweiten aus dem immer noch vorhandenen Bedarf der deutschen Landwirtschaft an billigen Arbeitskräften. Im Dezember 1920 waren in dem im Agrarland Mecklenburg gelegenen Güstrower Lager noch 14.161 ehemalige russische Kriegsgefangene registriert. Das Ende der Nutzung als Kriegsgefangenenlagers erfolgte zum 31. Mai 1921. Ein kleinerer Teil der Baracken wurde anschließend vom Land Mecklenburg als Verteilungslager für heimkehrende Kriegsgefangene genutzt. Der größerer Teil unterstand nun dem Reichskommissariat für Zivilgefangene und Flüchtlinge. Die Menschen die nun im Lager einzogen waren sogenannte Grenzlandvertriebene. Es handelte sich um deutsche Staatsbürger aus Gebieten, die das Deutsche Reich nach dem verlorenen Krieg an andere Staaten abtreten musste. Im Güstrower Heimkehrerlager kamen sie zumeist aus den neuen polnischen Westgebieten. Eigentlich sollten sie hier nur so lange untergebracht werden, bis man für sie Wohnung und Arbeit im Reichsgebiet gefunden hatte. Ab Mitte der 1920er Jahren wurden die Baracken, soweit noch nutzbar, nach und nach verkauft und das Lager endgültig aufgelöst. Auf einem Teil des Geländes entstand dann Ende der 1930er Jahre ein einfacher Fliegerhorst der Luftwaffe, ein erster Ausbildungslehrgang fand 1939 statt. Der größere Teil dieses Areals diente ab 1956 der paramilitärischen GST (Gesellschaft für Sport und Technik) der DDR als Segelflugplatz. Der übrige Bereich wurde von den im PRIEMER WALD stationierten sowjetischen Truppen als Schiessplatz genutzt; in diesem Bereich lag auch der alte Friedhof des Kriegsgefangenlagers. Auf einem kleinen Teil daneben betreibt heute ein Schützenverein seinen Schiessplatz. Der Flugplatz wird von einem Aero-Club genutzt und auf einem Teil des übrigen Geländes entstand ab etwa 1990 ein Gewerbegebiet.

Bei meinem letzten Besuch im Ende September 2018 war die Lage auf dem Friedhof unverändert. Das Gelände wird lediglich gemäht und die Wege mittels Technik grasfrei gehalten. Das Denkmal zerfällt weiter. Die losen Bruchstücke, die vor 5 Jahren noch zu sehen waren, sind mittlerweile entfernt. Die Info-Tafel für das Naturschutz-Gebiet liegt im Graben. Eine Ausschilderung des Ortes sucht man vergeblich. Vielleicht ist das auch besser so: auf den ausländischen Besucher, der auf der Suche nach dem Aufenhalts- oder Sterbeort seiner Verwandten ist, wirkt das Ganze doch eher verwahrlost. Auf der Kriegsgräberstätte ist man umgeben vom permanenten Geballer des nahen Schiessplatzes. Einfach ein fast vergessener Ort unserer Geschichte.

  • WarntafelWarntafel
  • InfotafelInfotafel
  • NaturschutzNaturschutz
  • Der Weg zum FriedhofDer Weg zum Friedhof

  • Sprengloecher in der SanddueneSprengloecher in der Sandduene
  • Der Rest des MahnmalsDer Rest des Mahnmals
  • Russische Grafitti: 72 - 74 MaiRussische Grafitti: 72 - 74 Mai
  • Russische GrafittiRussische Grafitti

  • Mittelweg des FriedhofsMittelweg des Friedhofs
  • Auf dem FriedhofAuf dem Friedhof
  • Ein altes Ziel der russischen TruppenEin altes Ziel der russischen Truppen
  • Blick auf den heutigen SchiessplatzBlick auf den heutigen Schiessplatz

  • Der SchiessplatzDer Schiessplatz
  • Eingang zum SchiessplatzEingang zum Schiessplatz
  • Standen hier die Baracken?Standen hier die Baracken?
  • Standen hier die Baracken?Standen hier die Baracken?

  • Blick zum FlugplatzBlick zum Flugplatz
  • Der Weg zum ArealDer Weg zum Areal
  • Blick ueber den FlugplatzBlick ueber den Flugplatz
  • Blick auf die Sandduene und das GewerbegebietBlick auf die Sandduene und das Gewerbegebiet

  • Der FriedhofDer Friedhof
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