••• KRIEGSGEFANGENENLAGER - GEISELN DES STADTRATS VON ROUBAIX
••• um 1915 (ungelaufen)
••• Kriegsgefangenen-Lager-Photografie ohne Nummer

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Diese Aufnahme dokumentiert ein heute nur wenig bekanntes Vorgehen der deutschen Besatzungsmacht in Frankreich und Belgien im 1.Weltkrieg. Unter Missachtung der Haager Konvention nahm die deutsche Armee Geiseln aus der Zivilbevölkerung der besetzten Gebiete. Diese Geiseln sollten für Ruhe und Ordnung innerhalb der Bevölkerung bürgen und hafteten für Sabotageakte, die sich gegen die Truppe richteten. In der Regel wählte man dafür angesehene Persönlichkeiten und Abgeordnete der jeweiligen Orte aus. Während die Geiseln am Beginn des Kriegs noch vor Ort in Zitadellen oder Kasernen inhaftiert wurden, verbrachte man sie in den späteren Kriegsjahren in Lager nach Deutschland. Die Besatzer nutzten die Geiselnahmen auch, um die Gemeinden zur Zahlung von Kriegsbeiträgen oder horrenden Strafgeldern zu zwingen. Eigentlich wurden diese zivilen Gefangenen im Lager HOLZMINDEN und später in einem Lager in Litauen zusammen interniert. Entgegen diesem Verfahren scheinen also zumindest zeitweise die führenden Köpfe des Stadtrates der nordfranzösischen Textilindustriestadt ROUBIAX in der Baracke 9-Süd des Lagers in Güstrow untergebracht worden zu sein. Unter ihnen ist auch der Bürgermeister der Stadt, Eugène Motte. (Der Herr mit weißem Spitzbart und Zigarette rechts hinter dem Schild.) Die beiden russischen Soldaten rechts und links dürften der Dekoration dienen.

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