Wie überall in Mecklenburg gab es auch in GÜSTROW Windmühlen. Die meisten von ihnen entstanden nach 1850. Bis ins 20. Jahrhundert nachgewiesen sind in GÜSTROW drei Windmühlen. Eine lag im Bereich der Neubauten der heutigen SÜDSTADT und eine weitere stadtauswärts an der ROSTOCKER CHAUSSEE. Die Dritte stand auf einer Hügelkuppe am Ende des KUHLENWEG. Es handelte sich dabei um einen sogenannten Erdholländer. Der Name umschreibt eine Windmühle nach holländischer Bauart mit drehbarer Kappe und Windrose, deren Flügel aber fast bis zur Erde reichen. Ursprünglich war das wohl auch bei dieser Mühle so. Das achteckige Bauwerk am KUHLENWEG verfügte zudem über ein gemauertes Sockelgeschoss und verfügte damit über drei Etagen. Das vierflüglige Windkreuz hatte zuletzt einen Durchmesser von etwa 15 Metern. Die Mühle konnte im Laufe eines Arbeitstages etwa 2,5 Tonnen Getreide mahlen.

Eintrag im Adressbuch von 1933

Vor 1938 war die Mühle im Besitz des Bäckermeisters Carl Agatz. Zu seiner Zeit wurde die Mühle bereits mit einem Dieselmotor aufgerüstet, um auch bei Windstille produzieren zu können. 1938 erwarb die Familie Raabe die Mühle und modernisierte die technischen Einrichtungen. So wurde der Diesel durch einen Elektromotor ersetzt und moderne Windmühlenflügel installiert.Trotzdem der Müller Willi Raabe in den II. Weltkrieg eingezogen wurde und nicht zurückkehrte, gelang es seiner Frau Irma bis 1952 den Betrieb der Mühle mit Hilfskräften aufrecht zu erhalten. Danach war die Mühle dem Verfall preisgegeben. Stadt und Staat scheinen kein Interesse am Erhalt des technischen Denkmals gehabt zu haben. 1964 erfolgte die Zwangsversteigerung durch die Stadtverwaltung und in der Folge wurde dem neuen Besitzer eine Abrissgehmigung erteilt. Mitte der 1960er Jahre verschwand die Mühle aus dem Stadtbild. Erhalten sind lediglich einige der Nebengebäude, die heute zu Wohnzwecken umgebaut worden sind.

historische Informationen und Fakten aus: Güstrower Jahrbuch 2012, S.155/156: Wilfried Holzlehner, Die Mühle vom Kuhlenweg

historische Fotografien: Andreas Bojarra (Danke!)

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