FLUGPLATZ GÜSTROW - BOCKHORST

Die Geschichte des Güstrower Flugplatzes beginnt vermutlich Anfang der 1930ger Jahre. Im Frühjahr und Sommer 1933 planierte der freiwillige Arbeitsdienst einen Teil des Exerzierplatzes Grosser Bockhorst als Notlandeplatz. Bereits am 30.07.1933 fand dort ein Großflugtag mit Fallschirmspringern statt; im Mai 1934 folgte ein weiterer Grossflugtag. In den folgenden Jahren wurde dieser Sportflugplatz dann von der deutschen Luftwaffe übernommen, die dort die Stationierung umfangreicher fliegender Verbände plante. Der Ausbau des Flugplatzes begann mit der Errichtung eines Barackenlagers direkt an der GLASEWITZER CHAUSSEE. Ab März 1935 wurde die Rollfläche erweitert, allerdings nicht betoniert. Die Errichtung der eigentlichen Kasernenbauten begann im sogenannten Vorholz westlich des Flugplatzes. Fertiggestellt wurde allerdings nur das Offizierskasino, ein Wirtschaftsgebäude, zwei Flugzeughallen und einige Bunker; eine Werfthalle und etliche andere Bauten kamen nie über die Rohbauphase bzw. die Fundamente hinaus. Vermutlich stammt auch der Schießplatz neben dem alten Friedhof des KRIEGSGEFANGENENLAGERS aus jener Zeit. Fertiggestellt und bis heute als Wohnraum genutzt wurden die Häuser für die Offiziere, die noch weiter westlich an der Kreuzung von GLASEWITZER CHAUSSEE und WALDWEG am Rande von DETTMANNSDORF in den Rövertannen erbaut wurden. Diese Strassen dort waren nach Jagdfliegern des I. Weltkrieges (Boelcke und Richthofen) benannt.  Südlich der Chaussee entstand zeitgleich ein Komplex zur Unterbringung der Flakersatzabteilung 60.

Dieses amerikanische Luftbild von 1945 zeigt die bis dahin fertiggestellten bzw. im Bau befindlichen Gebäude des Flugplatzes. Als Orientierung kann unten die GLASEWITZER CHAUSSEE und links das Niklot-Stadion dienen.

Eine an diesem Standort geplante Flugzeugführerschule wurde nie eingerichtet, statt dessen nahm im August 1938 die Flieger-Ersatz-Abteilung 22 die Arbeit an diesem Standort auf. Die 1939 in Flieger-Ausbildungsregiment 22 umbenannte Einheit führte auf dem nun Fliegerhorst genannten Flugplatz seine Grundausbildung durch. 1940 wurde dieses Regiment nach Warschau verlegt. Danach war der Fliegerhorst nicht mehr fest mit einem Verband der Luftwaffe belegt. Die Flugzeugführerschulen in Warnemünde, Pütnitz (bei Ribnitz-Damgarten) und Schwerin-Görries nutzten den Platz aber für ihren Schulflugbetrieb. Im August 1944 wurde der Betrieb auf dem Platz eingestellt, die Boden-Crew wurde anderen Truppenteilen unterstellt. Im Februar 1945 war für vier Wochen die 3. Staffel des Jagdgeschwanders 103 dort stationiert. Letzter Nutzer im II.Weltkrieg war wohl ein Transportgeschwader das von dort Ende April 1945 Transporte in das schon eingeschlossene Berlin flog.

1948 veranlasste die Sowjetische Militäradministration die Sprengung bzw. Demontage der meisten technischen Bauten auf dem Gelände. Lediglich das Kasino und das Wirtschaftsgebäude wurden bereits 1949 für einen Aubildungsstandort der VVMAS (Vereinigung volkseigener Maschinenausleihstationen) genutzt und später zur Fachschule für Landwirtschaft ausgebaut. Diese spätere Agraringenieurschule und heutige Fachschule für Agrarwirtschaft nutzt noch heute Teile der mittlerweile modernisierten Bauten. Teile des Flugfeld selbst und das angrenzende Wiesengelände wurden von den in Güstrow stationierten Einheiten der Roten Armee zunächst als Gelände für die Kraftfahrzeugausbildung genutzt. Ab Mitte der 1950ger Jahre durfte die Gesellschaft für Sport- und Technik (GST) das Flugfeld für den Segelflugbetrieb nutzen und es kam 1957 zu einem Vertrag zwischen beiden Parteien über die weitere Nutzung. Die sowjetische Armee hielt sich allerdings kaum daran. Sie erweiterte die ihr zugesicherte Fläche ständig und baute sie zu einem Schiessgelände für Infanterie und leichte Panzer aus. Dadurch wurden bis zur Wende etwa 2/3 der ehemals 195 ha Platzfläche für den Flugbetrieb unbrauchbar. Nach mehreren Republikfluchten mit dem Segelflugzeug wurden die Bedingungen für die Flugsportler schwieriger und politisch stärker kontrolliert. Der Segelflugbetrieb der GST fand nur noch unter strengen Auflagen statt. Heutiger Nutzer ist der AERO CLUB VON GÜSTROW e.V. „HANS GRADE“ .

Ansichten:
1938
1940

 

Aktuelle Ansichten alter Objekte im Flugplatzareal:

  • FlugplatzFlugplatz
  • BarackeBaracke
  • BarackeBaracke
  • Glasewitzer ChausseeGlasewitzer Chaussee

Simple Image Gallery Extended

Joomla Template - by Joomlage.com
eXTReMe Tracker